Kulturprojekte


Meine zweite Heimat

Malser Heimatlied

 

Refrain:

Am Horizont der Ortler wacht

und über Mals die Haide lacht,

im Silberquell die Etsch entspringt,

der Turm im See voll Wehmut singt.

Ein Wasserrieseln im stillen Waal

der König trohnt im Felsensaal,

seine Jünglingslocke in Unschuldsweiß

mahnt die Venosten/Vinschger/Malser zu stetem Fleiß.

 

Strophe 1

 

Von früh bis spät ein reges Treiben

die Kinder können hier nicht bleiben,

der Boden nährt nicht übers Jahr -

Armut ihr Los; in großer Schar

zieh‘n sie hinaus ins Schwabenland…

manch ein‘s die Tränen nicht verwandt,

verstummte und kehrte nicht wieder,

verklungen sind heut ihre Klagelieder.

 

Strophe 2

 

Es ziehen die Ärmsten als Korrner durchs Land

mit Sack und Pack und den Kindern an der Hand,

schlagen unter freiem Himmel ihre Lager auf,

nehmen Hitze und Kälte und Hunger in Kauf,

von der Hand in den Mund heißt es da zu leben

ohne allzu sehr Ärgernis und Anstoß zu geben,

doch sie werden mit Argwohn betrachtet

manch einer daher im Gefängnis schmachtet.

 

Strophe 3

 

Die Zeit heilt meist die schlimmsten Wunden,

Not ist im Vinschgau längst verschwunden -

in den Häusern Wohlstand eingekehrt,

drum bleibt das Glück auch nicht verwehrt.

Dankbar denkt man an die kargen Zeiten,

wenn Tradition und Brauchtum die Venosten/Malser

durch das Jahr begleiten.

Gott schenk auch weiter Heil und Segen

und begleite die Vinschger/Malser auf allen Wegen!

 

JD im Mai 2022

 

 

Die Alte Totenkapelle von Gais – ein kunsthistorisches Juwel

Als vor rund 10 Jahren in Gais der Friedhof erweitert und die neue Friedhofskapelle gebaut wurde, geriet die alte Totenkapelle, das sogenannte Beinhaus, verständlicherweise in Vergessenheit. Es ist einem glücklichen Zufall zu danken, dass ich die Kunstexpertin Bampi Johanna kennenlernen durfte, die ihre Diplomarbeit an der Uni Wien über die Fresken der Totenkapelle Gais geschrieben hatte. Die Gunst der Stunde musste genutzt werden. Der Arbeitskreis Erwachsenenbildung im Pfarrgemeinderat lud sie zu einem Vortrag zu diesem Thema nach Gais ein. Von ihren Ausführungen war das zahlreich erschienene Publikum begeistert, und wohl einige Anwesende dürften damals erkannt haben, welch herausragendem kulturellen Schatz Gais im Stillen bewahrte. Ich setzte mir zum Ziele, einen Kunstführer herauszugeben, der dieses Juwel ins rechte Licht rücken sollte. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, ergeben sich die Dinge oft von allein. In enger Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Gemeindereferentin für die EU-Förderprogramme, Großgasteiger Ulrike, gelang es schließlich, eine Generalsanierung des gesamten Ensembles über ein Leader-Projekt auf den Weg zu bringen. Das Entfeuchten des Mauerwerks, die Sicherung und Auffrischung der Fresken (ein einmaliges Jüngstes Gericht) und die Herausgabe eines Kunstführers waren damit gesichert. Im Verlaufe des Genehmigungsverfahrens einigte man sich in Absprache mit Dekan Martin Kammerer, im Inneren der Kapelle neben dem vortrefflich restaurierten und sehr wertvollen Sonnenburger Ornat auch den Reliquienschrein des der Bevölkerung völlig unbekannten Gaisinger Katakombenheiligen KONSTANTINUS II ganzjährig auszustellen. Damit bietet der sakrale Bau nun gleich Platz für mehrere Kunstschätze, die es verdienen, einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Gais ist also um eine kleine und feine museale Einrichtung und um einen anschaulich bebilderten Kunstführer reicher. Sobald die noch ausstehenden Restaurierungsarbeiten und Anschaffungen (Vitrinen für das Sonnenburger Ornat, Restaurierung des Katakombenheiligen) endlich abgeschlossen sein werden (das könnte im besten Falle noch bis zum Ende dieses Jahres 2022 geschehen), kann dieses neue kleine Museum dann in aller Ruhe besichtigt werden.

Der Kunstführer kann im Büro des Pfarrhauses gegen eine freiwillige Spende bezogen werden.

Josef Duregger (Herausgeber des Kunstführers)


Gais, im Herbst 2020

Ein Kulturprojekt für Prettau

Seit einigen Jahren rege ich für Prettau, dieser abgeschiedenen „Insel“ im hintersten Ahrntal, die Errichtung eines „Heimatmuseum(s)“ nach dem Vorbild des „Gedächtnisspeicher Ötztal" an. Die Forschungsarbeit vom Leiter (Sunn) Paul zur Geschichte der Höfe und Wohnhäuser in Prettau, meine Publikation zum Teldra Dialekt sowie die Datenbanken dazu wären ein gutes Fundament dafür. Dazu kämen die Geschichte des Bergwerkes, die Forschungsergebnisse verschiedener Studenten, u.a. von Nöckler Rudi zu den Flurnamen, das Thema Übergehen und Flucht der Holocaust-Überlebenden über den Tauern. Für so ein Projekt müsste es doch auch EU-Finanzierungen geben. Das kulturelle und historische Erbe der Vorfahren erhalten und der Nachkommenschaft zugänglich machen, das ist doch eine absolute Notwendigkeit und eine herausfordernde und lohnende Aufgabe zugleich! Der ehemalige Gemischtwarenladen im Zentrum des Dorfes (zur Zeit leerstehend und im Besitze der Gemeinde) wäre ein geeignetes Haus für dieses Kulturprojekt.

Projektvorschlag: Josef Duregger

 

Die Gemeinde Gais in Wort und Bild - Film